Natürlich kann ich darauf verzichten…

Fasten hört man inzwischen überall. Dabei geht es längst nicht mehr nur um das konsequente siebenwöchige Nahrungs-Fasten vor Ostern. Dass es eine reinigende Wirkung auf Körper und Geist hat, ist unumstritten. Denn wir lenken unseren Blick in der Fastenzeit von den Dingen weg, die uns im Alltag (heimlich) die Zeit rauben oder über uns bestimmen. Was man fasten kann? Die Liste ist lang. Spontan fallen mir da Kaffee (das wird schwer), Schokolade (mindestens genauso schwer), WhatsApp (jetzt wird es kritisch) oder Netflix (mmmhhhh- ähhhh -vielleicht doch lieber was anderes) ein… Wenn man ehrlich mit sich ist, gibt es da noch einiges mehr. Was ist Euer Zeit-Killer im Alltag? Oder was bestimmt Euch irgendwie doch? Worauf könntet Ihr mehr oder weniger leicht eine gewisse Zeit verzichten?

Also gut, dann nutze ich die Fastenzeit für…?

Alvis_teil1_1800px_roh-1282Lassen wir uns gedanklich mal auf das Fasten ein. Traditionell verzichtet man in den sieben Wochen vor Ostern. Wer auf Nahrung verzichten möchte, muss sich aber davor unbedingt informieren und schlau machen. Denn nicht jeder darf das konsequent durchziehen. So wird z.B. Schwangeren oder stillenden Frauen davon abgeraten. Ein Ansatz beim Fasten kann aber auch sein, sich darauf einzulassen, bewusst zu leben. Wolfgang Kanow, Küchenchef unseres Restaurant ALvis in Berlin Mitte zum Beispiel, hat es sich auf die Fahne geschrieben, bevorzugt regionale Lebensmittel einzukaufen. Und so zu kalkulieren, dass keine Lebensmittel verschwendet werden. Damit schont er Ressourcen, belastet die Umwelt weniger und beugt Lebensmittelverschwendung vor. Das können wir uns als Vorbild nehmen. Bewusst einkaufen. Bewusst kalkulieren. Bewusst genießen. Und wenn wir dann noch Gutes tun – wie zum Beispiel die Berliner Stadtmission zu unterstützen, wie wir es traditionell zur Benefizküchenparty machen, dann hat die Fastenzeit noch mehr Gutes hervorgebracht, als nur uns selbst zufrieden zu stellen.

Aller Anfang ist schwer!

Am schwierigsten sind immer die ersten Tage. Der Körper rebelliert gegen die ungewohnte Veränderung. Das Unterbewusstsein verlangt nach seiner festen Routine. Der Griff geht dann doch wieder irgendwie automatisch zum Handy / Kühlschrank / Naschschublade … Und das gilt es zu durchbrechen. Wie? Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ein kühler Kopf hilft zum Beispiel – also raus an die frische Luft. Bewegung lässt den Gedanken freien Lauf und setzt Glücksgefühle frei. Oder bei schlechterem Wetter hilft ein Besuch in der Bibliothek – mit Lesestoff durch die Fastenzeit! Wichtig ist es, den gewohnten Trott zu durchbrechen. Jetzt ist die Zeit, die guten Vorsätze vom Jahreswechsel in den Angriff zu nehmen! Was habt Ihr Euch für das Jahr vorgenommen? Also, ran an den Speck (außer ihr verzichtet aufs Essen, dann könnt Ihr alternativ in die Hände spucken oder die Ärmel hochkrempeln). Ihr müsst da aber nicht allein durch. Sucht Euch einen Fasten-Partner. Gemeinsam motiviert es sich bekanntlich besser! Getreu dem Motto: Joyfoodwithfriends!

Butter bei die Fische – ohne Lüge durch den Tag

Auf die Frage „Wie geht es dir?“ antworten wir meistens mit „Gut, Danke und Dir?“. Mal ehrlich – stimmt die Antwort immer? Wenn man es genau nimmt, ist das ja schon gelogen… Die Lügen gehen uns so leicht von den Lippen. Dabei muss es ja nicht mal bewusst sein um jemanden zu täuschen… Wenn ich zum Beispiel jemandem in der Bahn meinen Platz gebe, weil er/sie ihn nötiger braucht, sage ich „aber gern“. Stimmt aber nicht – ich hätte ja auch gerne gesessen. Also habe ich gelogen? Gut, der Vergleich hinkt, ich möchte der Person ja nicht vor den Latz knallen „Naja, ist schon ok. Sie brauchen ihn nötiger, aber eigentlich wollte ich schon gerne da sitzen!“. Aber hinterfragen wir uns alle mal selbst. Es fällt uns wahrscheinlich schwerer, auf das Lügen zu verzichten, als auf Essen. Statt „Ich habe leider keine Zeit.“ müsste man wohl manchmal auch einsetzen „Ich habe keine Lust.“. Bei welchen (Not-)Lügen ertappen wir uns sonst so im Alltag? Und warum lügen wir? Um das Gegenüber zu schonen? Die Stimmung nicht zu vermiesen?

Sieben Woche ohne Lügen

Die evangelische Kirche greift das Thema Lügen auf. Unter dem Motto „Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen“ geht sie dem Thema auf den Grund. Arnd Brummer, Geschäftsführer der Aktion „7 Wochen Ohne“ schreibt dazu auf der Homepage: „… auch wir werden öfter mal die Komfortzone verlassen. Wir wollenFastenzeit gemeinsam danach suchen, was die Wahrheit eigentlich ist und wie wir sie erkennen. Wir werden versuchen, uns selbst nicht zu belügen und mit anderen ehrlich zu sein. Wir sollten auch über Wahrhaftigkeit nachdenken. Und darüber, wann man für die Wahrheit streiten muss.“. Wer mehr dazu erfahren möchte, der klickt bitte hier auf den Link.

Also los – keine Kompromisse

Mit Motivation, Disziplin und einer Portion Ausdauer heißt es nun, die Fastenzeit bewusst zu begehen. Wir sind gespannt, mit welchen Erkenntnissen wir und Ihr an Ostern auftischen können. Kleiner Fakt am Rand: Weicheier sind nicht erlaubt. Denn in der Fastenzeit wurden früher alle Eier gesammelt und hart gekocht, um sie haltbar zu machen. Damit man unterscheiden konnte, aus welcher Woche die Eier stammen, wurden sie unterschiedlich gefärbt. #Joyfoodwithfriends

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